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Lieder machen Leute

Ein vielsaitiger akustischer Liederabend mit Kompositionen aus der Feder von Hermann Skibbe, angereichert mit einigen seiner Lieblingssongs und den Geschichten dazu und dahinter. Sein erstes Album wurde 1990 veröffentlicht. Im Verlauf der folgenden 30 Jahre schrieb der Burgauer Komponist unzählige Musiken und Songs. Ob für TV Serien, Kinofilme, Werbung Comedyprojekte, seine Bands oder andere Künstler - das Format ‚Lied‘ ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeiten.
Warum sein Titelsong zur fünften Staffel von ‚BigBrother‘ bitterböse sozialkritisch ist und warum die schönste Ballade in ’Schwablantis’ spielt; was ‚Light my fire‘ von den Doors mit Berthold Brecht zu tun hat und warum man Frauen immer mit ihrem korrekten Vornamen ansprechen sollte könnt ihr alles am Liederabend erfahren...

 

Quelle: Burgau Aktuell / Oktober 2020

Eigentlich hätte bereits im März das Liederprogramm „Lieder machen Leute“ von Hermann Skibbe Premiere feiern sollen, doch auch diese musste pandemiebedingt verschoben werden. Nun konnte der Ausweichtermin stattfinden, natürlich unter Corona – Bedingungen, doch der Stimmung schadete es nicht.
Kulturamtsleiter Dr. Stefan Siemons erläuterte eingangs, dass dieser Premierenabend mehrfach Novitäten bot. Die Programm-Premiere, Premiere-Veranstaltung in der Kapuziner-Halle in Zeiten von Corona und Premiere der beiden Musiker gemeinsam auf der Bühne. Um es vorweg zu nehmen, alle Premieren waren ein großer Erfolg.

Der Abend bestand ausschließlich aus Eigenkompositionen - akustisch dargeboten. Neuland für den sonst mit Bands unterschiedlichster Größen auftretenden Protagonisten. Schützenhilfe erhielt Skibbe von dem Multiinstrumentalisten Mark Poppe, der kurzfristig für diesen Auftritt gewonnen werden konnte. Den Abend begann Skibbe jedoch allein mit der erschreckend aktuellen Isolations-Hymne „1200 Freunde“, die in Zeiten von Corona wahrhaft zu neuen Deutungen anregt.
Nachdem Poppe die Bühne betrat, folgte alsbald der erste Höhepunkt. „Immer wenn ich dich seh“, eine fesselnde Bluesballade mit viel Hintersinn. Es folgte der Song des Abends, den man am wenigsten erwartet hätte – das im Original bis ins letzte Detail industriell durchproduzierte „Factory Of Confusion“ vom gleichnamigen Album, das akustisch im völlig neuen Lichte erschien, in sehr gutem Licht wohlbemerkt. Bewegend auch der Song „Your God“, Poppe liefert athmosphärische
Flügelklänge für das Stück, das aus der Perspektive des Allmächtigen im Himmel fragen lässt, ob ihn irgendjemand überhaupt noch ernst nimmt. Hier beweist Skibbe auch seine enorme Wortgewandtheit. Die schönsten Frauen trifft man am „Wertstoffhof“, eine augenzwinkernde Erfahrung die die humoristische Seite Skibbes zeigt, genial ergänzt durch Mark Poppes Percussion-Performance auf Joghurtbechern. Diese löste wahre Beifallsstürme aus. Poppe hatte gleich noch einen eigenen Song, „Regen“, parat, der ebenfalls durch poetischen Text hervorstach und von der großartigen Chemie zwischen den beiden Musikern profitierte.

Die zwei Künstler ergänzten sich blendend. Ihr Interplay ist perfekt. Als Poppe mitten im Song in Led Zeppelin’s „Whole Lotta Love“ wechselte, zog Skibbe nach, der Ball wurde sich bei den Soli völlig präzise zugeworfen, wenn was klappte, lächelt man sich zu, klappte etwas nicht, lächelte man trotzdem, viel keinem auf und das Publikum lächelte dankbar.
Unplugged zu spielen ist die Königsdisziplin für jeden Musiker. Man ist quasi nackt auf der Bühne, man hört jeden Fehler. Man muss beweisen dass man es kann, denn kann man’s nicht, beweist sich das von selbst.

Mark Poppe und Hermann Skibbe haben an diesem Abend bewiesen, dass sie zu den Besten ihrer Zunft gehören. Das Publikum war begeistert und forderte Zugaben und vor allem eine baldige Fortsetzung.